Wofür die Gemeinde Heinersreuth Geld ausgeben muss
Auch im Jahr 2026 dominieren im Vermögenshaushalt die Kosten für den Neubau der Sporthalle inklusive Außenanlagen mit rund 3,5 Millionen Euro. Für weitere Investitionen hat die Verwaltung nur noch einen geringen Spielraum eingeräumt. So sind für die Kita in Altenplos, die Errichtung des Skateparks an der Mehrzweckhalle und für die Wasserversorgung Beträge von jeweils 100.000 Euro reserviert. Das Budget für den Straßenbau schrumpft auf 19.000 Euro, wobei die Zuschüsse aus dem bayerischen Finanzausgleich in Höhe 35.000 Euro nicht einmal ausgeschöpft werden. Wir fordern daher die Verwaltung auf, einen konkreten Maßnahmenplan für Straßenbauprojekte für die kommenden drei Jahre aufzustellen.
Woher das Geld kommen soll
Auf der Einnahmenseite des Verwaltungshaushalts hat sich die Einkommensteuer in den letzten Jahren erfreulich entwickelt. Der Ansatz beträgt heuer 3,0 Millionen Euro. Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer wurden mit 1,3 Millionen Euro vom Kämmerer hingegen sehr vorsichtig bewertet, da deren Entwicklung stark von der Konjunktur abhängig ist. Die Höhe der Schlüsselzuweisungen ist gegenüber 2025 um knapp 558.000 Euro gestiegen und beträgt nun 1.1 Millionen Euro, was wiederum mit der gesunkenen Umlagekraft der Gemeinde einhergeht. Aufgrund von Kostensteigerungen in den kommenden Jahren wurde vom Gemeinderat ab 2026 die Erhöhung einzelner Gebühren für Verwaltungsleistungen beschlossen. Die Anzeigenpreise im Mitteilungsblatt sollen nach Aussagen von Bürgermeisterin Simone Kirschner aber konstant bleiben.
Kreditaufnahme sehr wahrscheinlich
Die Verwaltung plant mit einer voraussichtlichen Kreditaufnahme von rund 1,3 Millionen Euro im Jahr 2026. Aufgrund der Investitionen in den letzten beiden Jahren sind die finanziellen Rücklagen weitgehend aufgebraucht. Dennoch liegt die voraussichtliche Pro-Kopf-Verschuldung mit 586 Euro je Einwohner noch in einem erträglichen Rahmen. Für die reguläre Schuldentilgung sind 226.000 Euro vorgesehen.
Hü und Hott bei der Festlegung des Gewerbesteuer-Hebesatzes
Ende des Jahres 2024 hatte der Gemeinderat gegen die Stimmen der Grünen beschlossen, den Hebesatz von 370 auf 390 Punkte zu erhöhen. Das Landratsamt in Bayreuth hatte dazu eine Empfehlung gegeben. Im Jahr 2026 folgt nun die „Rolle rückwärts“. Im Rahmen der Haushaltsverabschiedung am 24.3.26 wurde der Hebesatz wieder auf 370 Punkte zurückgenommen. Unsere Fraktion begrüßt diese Maßnahme durchaus, da die Gewerbetreibenden in der Gemeinde nicht über Gebühr mit Steuern belastet werden sollen.



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