Bezirksrat Manfred Neumeister lud Mitglieder des Kreisverbandes Bayreuth zu einer Exkursion ein
Die Landwirtschaftlichen Lehranstalten des Bezirks Oberfranken, wie die Behörde offiziell heißt, liegt am Ende der Adolf-Wächter-Straße im Süd-Westen der Stadt Bayreuth und grenzt an ein Erholungsgebiet mit Mischwald an. Das Gebiet umfasst ein Weidegebiet mit einer Größe von etwa fünf Hektar und zahlreiche Gebäude für Theorie und Praxis der angehenden Landwirte. So stehen in einer Maschinenhalle die neuesten Traktoren, welche die Herstellerfirmen leihweise zur Verfügung stellen. In einem Gewächshaus, auf dessen Dach einen Photovoltaikanlage installiert ist, lernen die Jungbauern die Praxis des Gemüseanbaus. In einem großen Stall sind tagsüber die Mutterkühe untergebracht – ansonsten weiden die Kühe auf der naheliegenden Wiese.
Frische Eier zum Verkauf
Der besondere Stolz von Sebastian Thiem ist jedoch der mobile Hühnerstall, der auf seine Initiative entstanden ist. Dort leben etwa hundert Hühner der Rasse „Triesdorf“ tagsüber im Freiland und sorgen ständig für frische Eier, die unter anderem im Hofladen verkauft werden. Abends lockt das Futter die bunte Schar in den Stall. „Wer draußen bleibt, lebt gefährlich; ein Huhn hat sich schon der Fuchs geholt“, erinnert sich Thiem. Der junge Agraringenieur kam nach dem Studium eigentlich zum Lernen an die Lehranstalt. Aber bereits nach einem Jahr deutete sich ein Personalwechsel an und Thiem bekam das Angebot, den Betrieb eigenverantwortlich zu leiten. Er nahm die Herausforderung an und hat seine Entscheidung bisher nicht bereut. Neben der Organisation des gesamten Betriebs gibt der junge Chef auch Unterricht für die Landwirte.
Ökologischer und konventioneller Landbau nebeneinander
Natürlich wollten Mitglieder der Grünen-Delegation wissen, wie Thiem zum ökologischen Landbau steht. „Wir unterrichten beide Richtungen der Landwirtschaft“, sagt der Agraringenieur, „da gibt es keine starre Linie. So wenig Pflanzenschutzmittel wie möglich und kompletter Verzicht auf Glyphosat.“ Die Landwirte lernen in der Schlepperpraxis auch, wie man den Boden schonend bearbeitet. „Breite Reifen schauen zwar bedrohlich aus; sie schonen aber den Boden besser als schmale Räder“, erklärt Sebastian Thiem. „Wichtig ist, dass die Reifen auf dem Acker weniger Luft haben, als im Straßenverkehr und dadurch einen geringeren Druck auf den Boden bringen.“
Das Angebot im Hofladen wird weiter ausgebaut
Wer landwirtschaftliche Produkte erzeugt, möchte sie natürlich auch verwerten. Zum einen ist die Kantine der Lehranstalt ein wichtiger Abnehmer, denn während der Unterrichtszeit erhalten die Landwirtschaftsschüler täglich ein warmes Essen. Der Verkauf von regionalen Produkten an Bewohner in Stadt und Land Bayreuth soll weiter angekurbelt werden. Der Hofladen hat ab November 2022 jeweils in der zweiten Woche eines Monats von Dienstag bis Donnerstag zu unterschiedlichen Zeiten geöffnet. Am besten orientiert sich der Interessent vorab auf der Webseite der Lehranstalten oder ruft unter Telefon 0921-78461230 an. Zu kaufen gibt es natürlich die Eier von den freilaufenden Hühnern sowie Rindfleisch, Nudeln und Mehl aus ökologischem Anbau.
Der Bezirk Oberfranken hat vielfältige Aufgaben
Das Anliegen von Bezirksrat Manfred Neumeister ist es, die vielfältigen Aufgaben des Bezirks aufzuzeigen. Über neunzig Prozent der Haushaltsmittel fließen in soziale Projekte. Deshalb stand der Besuch des Bezirkskrankenhauses in Bayreuth als erste Station für die Delegation auf dem Programm. Nach dem Besuch der landwirtschaftlichen Lehranstalten fuhr der Bus weiter nach Aufsess. Denn ein kleiner Betrag des Ausgabentopfes von rund 450 Millionen Euro steht für die Bezirksfischerei zur Verfügung. Der Besuch in Aufsess war in diesem Jahr die letzte Station der Bezirksrundfahrt. „Bei Interesse der grünen Mitglieder besuchen wir im Jahr 2023 das Krankenhaus in Kutzenberg“, so Manfred Neumeister am Ende der Reise. „Auch in dieses Sozialprojekt fließt ein großer Betrag des Bezirkshaushalts.“



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